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| Wenn alles wächst – und Fragen drängender werden |
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| Liebe Leserin, lieber Leser , |
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| es gibt Augenblicke, in denen die Zukunft schon spürbar ist – auch wenn sich alles noch ganz vertraut anfühlt. Ende Juni ist eine solche Zeit: Der Sommer zeigt sich in voller Kraft. Die Tage sind lang, die Felder satt, die Kalender plötzlich leerer. Und doch liegt etwas in der Luft – ein Wandel, der alles und jeden berührt und unaufhaltsam vorwärtsdrängt. Noch ist die Landschaft ruhig, aber erste Bewegungen zeichnen sich ab: Die Ernte wirft ihre Schatten voraus und die zweite Jahreshälfte rückt näher. Wer genau hinsieht, spürt: Veränderung beginnt oft dann, wenn alles scheinbar ruht. |
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| Auch die Lausitz befindet sich in einer solchen Phase: 116.515 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitskräfte (Selbstständige demnach noch gar nicht mit eingerechnet) werden in den kommenden Jahren altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden. Und die Jungen? Sind da – aber nicht überall gleichzeitig, nicht in jeder Branche, nicht in der nötigen Zahl. Der Generationswechsel ist in vollem Gange – still, aber unausweichlich. |
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| Zwei neue Studien aus unserem Netzwerkbüro beleuchten diesen Wandel aus unterschiedlichen Perspektiven: Einerseits mit einem branchenspezifischen Blick auf die Passung zwischen derzeitigen Ausbildungsverhältnissen und zukünftigen Arbeitsmarktbedarfen, andererseits mit einer Analyse der bestehenden Bildungsnetzwerke in der Lausitz, die deren inhaltliche Ausrichtung, deren geographische Verteilung und Dichte in den Blick nimmt. Außerdem richten wir unseren Blick auf weitere Faktoren, die den Wandel in der Lausitz ernsthaft gefährden können, falls sie nicht erkannt und benannt werden: Demokratiefeindlichkeit, Rassismus und rechte Gewalt. Sie schränken Teilhabe ein, verunsichern und nötigen Menschen – und bedrohen offene Bildungsräume, auf die der Strukturwandel angewiesen ist. |
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| Wir laden Sie ein zum Lesen, zum Weiterdenken – und zum Mitgestalten. Denn ob Hochsommer oder Strukturwandel: Die neue Zeit kündigt sich nicht laut an. Aber sie kommt – und wer sie gestalten will, muss zuhören, verstehen und handeln. |
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| Sommerliche Grüße sendet das Team des Netzwerkbüros Bildung in der Lausitz |
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| Generationswechsel in der Lausitz – Zwischen Ausbildungsbank und Ruhestand |
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| In der Lausitz kündigt sich ein Generationswechsel an und dieser stellt Fragen. Wer übernimmt, wenn erfahrene Fachkräfte in den Ruhestand gehen? Und: Haben wir die richtigen Ausbildungsangebote für Menschen, die diese Lücke füllen könnten? |
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| Wenn eine ganze Generation aus dem Berufsleben tritt, braucht es mehr als Hoffnung auf Nachwuchs – es braucht eine Passung, die trägt. Denn: In der Lausitz werden in den kommenden zehn Jahren 199.454 erwerbsfähige Arbeitskräfte das offizielle Rentenalter erreichen – also gut jede vierte. Während nur 91.404 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren potenziell nachrücken. Statistisch betrachtet, deckt der Nachwuchs also gerade einmal 45,8 Prozent des zukünftigen Ersatzbedarfs. |
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| Genau hier setzt die neue Studie »Generationswechsel in der Lausitz – Zur Passung von beruflicher Ausbildung und Fachkräfteentwicklung« an. Sie beleuchtet Berufe mit besonders vielen älteren Beschäftigten und setzt diese mit aktuellen Ausbildungszahlen ins Verhältnis. Das Ergebnis ist so eindeutig wie herausfordernd: In vielen Branchen droht ein personeller Umbruch, den die Folgegeneration nicht wettmachen kann. Die erhobenen Zahlen berichten von Engpässen – insbesondere dort, wo die Ausbildungsabschlüsse und der Arbeitsmarktbedarf noch nicht zueinandergefunden haben. |
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| Dabei geht es nicht nur um Statistik, sondern um eine zukunftsfähige Kooperation von Schulen, Betrieben und den Menschen der Region. Die Analyse zeigt: Wer heute gezielt ausbildet, stärkt nicht nur einzelne Berufsbilder – sondern die gesamte wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Lausitz. |
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| Zur Studie: Generationswechsel in der Lausitz – Zur Passung von beruflicher Ausbildung und Fachkräfteentwicklung |
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| Über die Autorin: Julia Bischoff ist seit Januar 2023 Teil des Netzwerkbüros Bildung in der Lausitz und im Team unseres regionalen Bildungsmonitorings tätig. Mit einem Masterabschluss in Soziologie von der TU Dresden bringt sie eine datensensible, analytisch geschulte Perspektive auf Bildungs- und Arbeitsmarktentwicklungen in der Region ein. Neben der aktuellen Analyse zum Generationswechsel stammen auch die Studie »Berufliche Weiterbildung in der Lausitz« (Mai 2024) mit der vorangegangenen »Literaturanalyse zur berufliche Weiterbildung« (März 2024) sowie die regelmäßig erscheinenden Quartals- und Jahreszahlen zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt aus ihrer Feder. |
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| Bildungsnetzwerke – wenn Verbindungen stärker sind als Einzelaktionen |
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| 255 Akteure in insgesamt 87 Netzwerken – in der Lausitz wird Bildung nicht nur gedacht, sondern äußerst vielfältig und raumgreifend diskutiert. Doch zwischen all den guten Absichten und thematischen Schnittmengen droht auch das Verheddern im eigenen Geflecht. |
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| Viele Fäden – doch ohne Knotenpunkt bleibt das Netz oft instabil. Unsere neue Publikation »Bildungsnetzwerke als Motor der Fachkräftesicherung – Analyse von Strukturen, Themenschwerpunkten und regionalen Synergien« analysiert diese Netzwerklandschaft methodisch fundiert – mit einem Fokus auf deren Struktur, thematische Dichte und regionale Potenziale. |
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| Ein einfacher Blick auf das Verhältnis zwischen benannten Kooperationspartnern (255) und aktiven Bildungsnetzwerken (87) zeigt: Ein Netzwerk kommt im Schnitt auf weniger als drei beteiligte Institutionen (255 / 87 ≈ 2,93 < 3). Das ist bemerkenswert – denn laut Netzwerktheorie spricht man erst ab drei Akteuren von einem tatsächlichen Netzwerk. Die Lausitz weist also eine außerordentlich hohe Netzwerkdichte auf – mit der Kehrseite, dass sich Themen, Rollen und Akteurskonstellationen vielfach überschneiden oder sogar doppeln. |
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| Was es jetzt braucht? Weniger Neugründungen und mehr Koordination des Bestehenden. Weniger Parallelflug, mehr Formationsflug. Die Analyse schließt daher mit fünf gezielten Impulsen – für alle, die aus vielen unabhängigen Einzellinien ein tragfähiges und leistungsfähiges Geflecht weben wollen. |
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| Zur Studie: Bildungsnetzwerke als Motor der Fachkräftesicherung – Analyse von Strukturen, Themenschwerpunkten und regionalen Synergien |
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| Über den Autor: Dr. Eric Hielscher verstärkt das Team des Netzwerkbüros Bildung in der Lausitz seit Januar 2024 als Netzwerkmanager. Er studierte Lehramt für Geschichte, Geographie und Deutsch als Fremdsprache an der Philipps-Universität Marburg und promovierte 2023 zum Thema Netzwerke innerhalb der Kolonialgeschichte. Mit seinem geschulten Blick für systemische Zusammenhänge und regionale Dynamiken analysiert er die Vernetzungslandschaft im Strukturwandel. Im Rahmen seiner Tätigkeit für das Netzwerkbüro veröffentlichte er bisher die Studie »Netzwerke des Strukturwandels: Eine Analyse der Lausitzer Bildungslandschaft« (Oktober 2024). |
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| Einladung zur digitalen Fachdebatte am 17.09.2025 |
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| Ergebnisvorstellung unserer Kurzstudie mit anschließender Expert*innenrunde |
| Generationswechsel in der Lausitz – Wie dem altersbedingten Fachkräftemangel begegnet werden kann |
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Datum: Mittwoch, 17. September 2025 Zeit: 10:00 - 12:00 Uhr Ort: Online via Zoom (Link zum digitalen Raum) Zielgruppen: Personalverantwortliche, Bildungsverantwortliche, politische Entscheidungsträger*innen in der Lausitz sowie alle, die sich für die Zukunft der beruflichen Ausbildung und Fachkräftesicherung in der Region engagieren Anmeldung: Hier mit einem Klick zur Veranstaltung anmelden |
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| Ein Generationswechsel mit Folgen – und die Frage, wer morgen arbeitet. Mehr als ein Viertel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Lausitz ist bereits heute 55 Jahre oder älter – in den nächsten zehn Jahren verabschiedet sich eine ganze Generation in den Ruhestand. Und das Nachwuchsproblem ist keine ferne Prognose, sondern bereits jetzt spürbar: Rein statistisch gesehen, können nur rund 45 % der Personen im Alter von 55 bis 64 Jahren durch 15- bis 24-Jährige ersetzt werden. |
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| Was heißt das für die Region? Welche Berufe trifft es besonders? Und: Reicht die berufliche Ausbildung aus, um die Lücke zu schließen? |
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| Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unserer digitalen Fachdebatte am Mittwoch, den 17. September 2025 von 10:00 bis 12:00 Uhr. Im Rahmen der Online-Veranstaltung stellen wir die Ergebnisse der Kurzstudie »Generationswechsel in der Lausitz – Zur Passung von beruflicher Ausbildung und Fachkräfteentwicklung« vor. Unsere Kollegin Julia Bischoff, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bildungsmonitoring, gibt Einblicke in aktuelle Arbeitsmarktdaten und Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt. |
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| Im Anschluss diskutieren wir mit regionalen Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung über konkrete Handlungsoptionen zur Fachkräftesicherung. Moderiert wird die Runde von Livia Knebel, freiberufliche Moderatorin sowie Prozessbegleiterin für Strukturwandelprojekte. |
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| Programm im Überblick: |
10:00 Uhr – Begrüßung und Einführung 10:05 Uhr – Fachimpuls: Vorstellung des Artikels durch Julia Bischoff 10:20 Uhr – Podiumsdiskussion: Gestaltungsansätze zur Fachkräftesicherung 11:25 Uhr – Fragerunde & Austausch mit allen Gästen 11:55 Uhr – Abschluss und Ausblick
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| Unsere Gäste auf dem Podium: |
Manuela Glühmann, stellv. Hauptgeschäftsführerin und Leiterin Geschäftsbereich Aus-/Weiterbildung & Fachkräftesicherung, IHK Cottbus Dr. Michaela Fuchs, Mitarbeiterin im Projekt „Regionale Muster von Fachkräfteengpässen und deren Ursachen“ am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Dr. Anja Günther, Leiterin Berufliche Aus- und Weiterbildung am Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit Sachsen (ZEFAS) Dr. Stefanie Kaygusuz-Schurmann, Leiterin Fachbereich Bildung und Integration der Stadt Cottbus Externer Input: Axel Ziller (Ausbildungsleiter LEAG) zum Thema Verbundausbildung |
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Nutzen Sie die Gelegenheit, Impulse aus erster Hand zu erhalten und Ihre Perspektive einzubringen. Die Teilnahme ist kostenfrei.
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| Melden Sie sich hier mit einem Klick zur Veranstaltung an ... |
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| Rechtsextreme Gewalt – eine reale Bedrohung für Menschen, Bildungsräume und Strukturwandel |
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| Rechtsextreme Einstellungen und Gewalttaten sind keine Randnotiz in der Lausitz – sie gefährden tagtäglich reale Menschen, demokratische Räume und den Zusammenhalt einer Region, die im Umbruch steht. |
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| Im Jahr 2024 registrierte das Bundeskriminalamt 113 rechte Gewaltdelikte in Brandenburg – der Verein »Opferperspektive e. V.« dokumentierte dagegen 273 Fälle, also mehr als doppelt so viele. In Sachsen zeigt sich ein vergleichbares Bild: Dort meldete das BKA 124 Vorfälle, während der Verein »Regionale Arbeitsstellen und Angebote für Bildung, Beratung und Demokratie« (RAA - Sachsen e.V.) von 328 Taten berichtet. Diese Differenzen sind kein Zahlenspiel, sondern Ausdruck einer Realität, die offizielle Statistiken oft nur unvollständig erfassen. |
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| Rechtsextreme Gewalt betrifft die Lausitz unmittelbar und stellt nicht nur die Bildungslandschaft vor neue Herausforderungen. Denn ein Strukturwandel, der auf Zuzug, Vielfalt und Mitgestaltung setzt, braucht offene Räume: für Begegnung, Orientierung und Vertrauen. Angst, Ausgrenzung und Einschüchterung sind mit diesen Zielen unvereinbar. |
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| Deshalb rücken wir im Netzwerkbüro Bildung in der Lausitz das Thema Demokratiebildung und gesellschaftlicher Zusammenhalt stärker in den Mittelpunkt unserer Arbeit. Mit der Publikation »Vielfalt als Motor für den Strukturwandel« haben wir bereits im November 2024 gezeigt, welche Potenziale in Gründer*innen mit Migrationsgeschichte stecken – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Auch bei dem von uns initiierten »Strategieforum Lausitz« im vergangenen Winter schafften wir Raum für notwendige Perspektiven: offen, wissenschaftlich fundiert und praxisnah – zuletzt mit einem Fokus auf Zuzug als zentralem Hebel gegen den drohenden Fachkräftemangel. |
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| So knüpfen wir daran an: Unsere kommende Veröffentlichung mit dem aktuellen Arbeitstitel »Strukturwandel demokratisch gestalten. Bildung und Partizipation als Voraussetzungen für eine nachhaltige Transformation in der Lausitz« wird sichtbar machen, wie gesellschaftliche Spannungen Bildungsräume beeinflussen – und warum demokratische Teilhabe kein Nebenschauplatz, sondern Voraussetzung für gelingenden Wandel ist. Künftig finden Sie also auf unseren Kanälen regelmäßig Erkenntnisse aus Forschung und Praxis – damit aus Erkenntnis Gespräche entstehen und aus Gesprächen Haltung erwächst. |
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| Die vollständige Grafik mit insgesamt sechs Slides finden Sie auf unserer Website und auf unserem LinkedIn-Kanal. |
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| Interessante Studien und Materialien finden Sie im Bereich »Downloads« auf unserer Website. |
| Netzwerkbüro Bildung in der Lausitz |
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| c/o kobra.net, Kooperation in Brandenburg, gemeinnützige GmbH |
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| Projektleiter Dr. Thomas Prennig |
Redaktion: Nancy Mudrick |
| Tel.: 0355 - 4946 0653 |
Tel.: 0355 - 4945 6888 |
| prennig@bildung-lausitz.de |
mudrick@bildung-lausitz.de |
| Zur Website |
Unter Mitwirkung von: Annabell Ehrich & Dr. Thomas Prennig |
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| Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. |
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