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Zwischen Arbeitsmarkt, Netzwerken und Demokratie Wir erweitern unser Profil im Strukturwandel |
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| Liebe Leserin, lieber Leser , |
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| der Strukturwandel verändert unsere Region nicht nur wirtschaftlich. Er fordert ihre Strukturen heraus – ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich zugleich. Die entscheidende Frage lautet daher: Was macht eine Region im Wandel langfristig zukunftsfähig? Welche Fundamente müssen gesetzt werden, um nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen? Mit dem Start in unsere neue Förderperiode unter dem Dach des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend setzen wir bewusst einen neuen Akzent in unserem Profil, um diese Fragen mit Ihnen zu diskutieren. Zusätzlich zu unseren bestehenden Bereichen Bildungsmonitoring und Netzwerkmanagement erweitern wir unser Arbeitsspektrum um den Bereich Politische Bildung, Demokratie und Vielfalt. Denn Transformation braucht weit mehr als wirtschaftliche Investitionen und neue Arbeitsplätze. Sie braucht demokratische Orientierung, Konfliktfähigkeit und Beteiligung – kurz: eine belastbare gesellschaftliche Grundlage. |
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| Aus diesem Fokus heraus starten wir direkt mit unserer neuen Reihe »Lausitz im Dialog« und eröffnen damit Räume für regionale Perspektiven. Zum Auftakt haben wir mit Susanne Dyhr von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg gesprochen. Im Interview reden wir mit ihr über Rechtsextremismusprävention, institutionelle Verantwortung und die Frage, wie Hochschulen als demokratische Ankerinstitutionen den Strukturwandel voranbringen und absichern können. |
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| Gleichzeitig zeigen unsere aktuellen Quartalszahlen mit Stand Dezember 2025, wie dynamisch der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in der Lausitz in das neue Berichtsjahr startet. Der Fachkräftebedarf ist hoch, die demografische Basis schrumpft, Qualifikationsanforderungen verändern sich. Der Strukturwandel wird damit nicht nur zur wirtschaftlichen, sondern zur bildungspolitischen Schlüsselaufgabe. |
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Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie resilient die Netzwerke sind, die Bildung in der Lausitz aktuell organisieren? Wo entstehen verbindliche Kooperationen – und wo bleibt Wirkung hinter Erwartungen zurück? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Bildungskonferenz Lausitz 2026. Unter dem Titel »Bildungsnetzwerke im Lausitzer Strukturwandel – zwischen Dynamik und Wirkung« bringen wir Akteure aus der gesamten Lausitz zusammen, um zentrale Ergebnisse der Lausitzer Netzwerkanalyse einzuordnen und gemeinsam weiterzudenken, wie die regionale Bildungslandschaft noch besser zusammenarbeiten kann. Die Konferenz ist als Arbeitsraum konzipiert und verbindet inhaltliche Vertiefung mit der Möglichkeit, bestehende Netzwerkstrukturen zu reflektieren.
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| Ergänzend finden Sie in diesem Newsletter Hinweise auf unsere aktuellen Veröffentlichungen sowie auf den Jahresrückblick 2025, der zeigt, wie sich der Stellenwert von Bildung im Lausitzer Strukturwandel in den vergangenen fünf Jahren sichtbar verschoben hat. |
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| In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viele Aha-Momente beim Lesen und Weitererzählen. |
| Herzliche Grüße sendet Ihnen das Team des Netzwerkbüros Bildung in der Lausitz |
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| Politische Bildung: Warum wir diesen Bereich jetzt stärken |
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| Wenn Regionen sich neu erfinden, wenn wirtschaftliche Grundlagen neu gedacht werden müssen und sich Innovationen etablieren, wenn Zukunftsversprechen zugleich Hoffnung und Skepsis auslösen und Unsicherheiten wachsen, dann geht es nicht mehr nur um Förderkulissen oder Infrastruktur. Es geht um Vertrauen, Beteiligung und Orientierung. Genau hier setzt unser neuer Themenschwerpunkt Politische Bildung an. |
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Seit 2020 begleiten wir Bildungsakteure in der Lausitz und bringen Daten, Perspektiven und Menschen zusammen. Mit unserem neuen Bereich Politische Bildung gehen wir einen Schritt weiter: Wir rücken die Frage ins Zentrum, wie demokratische Teilhabe, politische Urteilsfähigkeit und gemeinsamer Dialog dabei helfen können, den Strukturwandel auch gesellschaftlich zu verankern. Denn nachhaltige Transformation gelingt nicht durch Beschlüsse allein. Sie braucht informierte Bürger*innen, konstruktive Debatten und Beteiligungsformate, um Wandel für alle sichtbar, erlebbar und vor allem nachvollziehbar zu gestalten.
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Politische Bildung verstehen wir daher als konkrete und relevante Gestaltungsaufgabe. Sie unterstützt die Menschen vor Ort dabei, Entwicklungen kritisch einzuordnen, Zielkonflikte zu identifizieren und Zukunft nicht nur hinzunehmen, sondern aktiv mitzugestalten. Dass dieser Schritt zeitgemäß und folgerichtig ist, hat sich im Rahmen unserer Arbeit bereits 2025 gezeigt. Unser Fokuspapier zur Rolle politischer Bildung und Partizipation im Strukturwandel sowie unsere Jahreshauptveranstaltung »Strategieforum Lausitz« haben deutlich gemacht: Gesellschaftlicher Zusammenhalt und demokratische Kompetenz sind keine Nebenschauplätze, sondern zentrale Voraussetzungen für das Gelingen des Wandels. Mit unserem neuen Schwerpunkt, der unser Bildungsmonitoring und das Netzwerkmanagement als nunmehr dritten Themenbereich erweitern wird, bündeln und schärfen wir diese zentrale Perspektive auf die Lausitz im Wandel.
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| Den Auftakt für 2026 bildet unser Format »Lausitz im Dialog«. Darin fragen wir: Wie wird Strukturwandel in der Lausitz politisch verhandelt? Welche Verantwortung tragen Bildung und Beteiligung für seinen Erfolg? Und was bedeutet demokratische Teilhabe und Partizipation konkret für eine Region, die sich neu erfindet? Mehr zur ersten Ausgabe dieser mehrteiligen Serie lesen Sie hier im Anschluss. |
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Details zu unserem neuen Themenbereich »Politische Bildung«…
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| Lausitz im Dialog: Rechtsextremismusprävention in Bildungseinrichtungen |
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| In den Lausitzer Landkreisen spiegeln Wahlergebnisse seit Jahren eine deutliche Verschiebung politischer Kräfteverhältnisse. Beratungsstellen berichten von einer zunehmenden Normalisierung rechter Positionen im Alltag, rechtsextreme Akteure zeigen verstärkt Präsenz im öffentlichen Raum. Diese Entwicklungen sind kein Randphänomen. Sie prägen das gesellschaftliche Klima einer Region, die sich zugleich wirtschaftlich und strukturell neu aufstellen möchte. |
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| Genau an dieser Schnittstelle setzt unsere neue Reihe »Lausitz im Dialog« an. Zum Auftakt richten wir den Blick auf die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg. Mit rund 7.500 Studierenden, davon etwa 45 Prozent internationaler Herkunft, ist sie ein zentraler Bildungs- und Strukturwandelakteur der Lausitz – und zugleich ein offener Raum, in dem gesellschaftliche Spannungen unmittelbar erfahrbar werden. Im Interview reden wir mit Susanne Dyhr, Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Methoden und Theorien Sozialer Arbeit mit den Schwerpunkten Gemeinwesenarbeit und Rechtsextremismusprävention an der BTU Cottbus-Senftenberg. Sie ist Mitautorin des 2023 veröffentlichten Handlungskonzepts gegen extrem rechte Einflussnahme und koordiniert seit 2024 die entsprechende Monitoringstelle an der Universität. |
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| Susanne Dyhr beschreibt, warum die Anerkennung des Problems eine Grundvoraussetzung für wirksames Handeln ist: „Rechtsextremismus als gesamtgesellschaftliche Herausforderung anzuerkennen, bedeutet, seine Erscheinungsformen – von subtilen Diskursverschiebungen bis hin zu offenen Übergriffen – sichtbar zu machen und diese nicht als Einzelerscheinungen zu relativieren.“ Wie konkret diese Entwicklungen sind, schildert Frau Dyhr in einem aktuellen Beispiel: Studierende wurden gezielt von rechtsextremen Akteuren zu einer Erstsemesterparty eingeladen – verbunden mit Anreizen wie Freigetränken. Eine Form bewusster Raumnahme, die darauf abzielt, frühzeitig Anschluss an neue Studierendengruppen zu finden und Einfluss im universitären Umfeld zu gewinnen. |
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| Das Gespräch macht deutlich, wie Monitoring, Prävention, klare Zuständigkeiten und die Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammenspielen. Und es zeigt, dass Hochschulen im Strukturwandel mehr sind als reine Ausbildungsorte. Sie sind demokratische Ankerinstitutionen in einer Region im Wandel. Welche Verantwortung müssen Bildungsinstitutionen in einer solchen Gemengelage übernehmen? Und wie lassen sich gleichzeitig demokratische Strukturen im regionalen Kontext stärken? |
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| Save the Date: Bildungskonferenz Lausitz 2026 |
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| 22. September 2026 | 9-16 Uhr | Startblock B2, Cottbus |
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Bildungskonferenz Lausitz 2026 Bildungsnetzwerke im Lausitzer Strukturwandel – zwischen Dynamik und Wirkung
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| Netzwerke gelten als Schlüsselelement für Kooperation im Strukturwandel. Sie versprechen Austausch und Synergien – zugleich zeigt der Arbeitsalltag, wie anspruchs- und voraussetzungsvoll diese Zusammenarbeit oft ist. Viele Netzwerke starten mit großer Dynamik. Doch wie bleibt diese erhalten? Und woran lässt sich erkennen, ob Kooperation tatsächlich Wirkung entfaltet? |
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| Mit der von uns entwickelten Lausitzer Netzwerkanalyse haben wir als Netzwerkbüro Bildung in der Lausitz ein Instrument geschaffen, das die Bildungslandschaft sichtbar macht, strukturiert und geografisch einordnet. Es bildet Akteure, Verbindungen und Themenschwerpunkte ab und dient zugleich als Werkzeug zur Information und Vernetzung. Zu Beginn der Konferenz werden zentrale Ergebnisse der Lausitzer Netzwerkanalyse bei einer Keynote durch unseren Kollegen Dr. Eric Hielscher vorgestellt, eingeordnet und praxistaugliche Schlüsse daraus diskutiert. |
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| In vielseitigen Workshops stehen zentrale Spannungsfelder des Strukturwandels im Fokus: |
- Erfolgsfaktoren wirksamer Netzwerkarbeit – wann Kooperation trägt und wann sie an Klarheit verliert
- Berufliche Orientierung – von aktiven Akteuren und ihren Netzwerken
- Berufliche Weiterbildung – von Konkurrenz zu Kooperation
- Demokratieförderung im beruflichen Kontext – Betriebe als Orte demokratischer Praxis
- Migration und Integration in der Lausitz – Ansätze zur Anwerbung und Integration internationaler Fachkräfte und Auszubildender
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| Am Nachmittag schafft ein strukturiertes Vernetzungs- und Gesprächsformat gezielte Austausch-Gelegenheiten zu konkreten Themen – verbindlich, fokussiert und anschlussfähig statt zufällig. |
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| Die Konferenz richtet sich an Bildungsakteure der brandenburgischen und sächsischen Lausitz, die aktiv in Netzwerken arbeiten, diese mitgestalten oder sich strategisch in bestehende Strukturen einbringen möchten. |
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| Merken Sie sich den Termin vor. Weitere Informationen folgen. |
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| Zur Lausitzer Netzwerkanalyse... |
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| Der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in der Lausitz bleibt in Bewegung |
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| Die aktuellen Quartalszahlen unseres regionalen Bildungsmonitorings mit Stand Dezember 2025 zeigen: Der Ausbildungsmarkt der Lausitz bleibt in Bewegung. Zu Beginn des Berichtsjahres 2025/2026 sind 178 Bewerber*innen weniger gemeldet als im Dezember 2024. Das entspricht einem Rückgang von 5,6 Prozent. Auch die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen ist leicht gesunken: Bis Dezember 2025 wurden 38 Stellen weniger als im Vorjahreszeitraum bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Der Ausbildungsmarkt zeigt damit keine Entspannung, sondern eine fortlaufende demografische Verschiebung. |
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| Ein Blick über die vergangenen fünf Jahre offenbart dabei grundlegende regionale Unterschiede: Im sächsischen Teil der Lausitz ist die Zahl der Bewerber*innen seit Dezember 2020 leicht gestiegen – von 1.401 auf 1.454 Personen, ein Plus von vier Prozent. In der brandenburgischen Lausitz hingegen ist sie in demselben Zeitraum um zehn Prozent gesunken – von 1.746 auf 1.574 Bewerber*innen. Die Entwicklung verläuft somit nicht einheitlich, sondern regional verschieden und deutet somit auf spezifische Rahmenbedingungen hin, die diese Entwicklung beeinflussen. |
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| Auf dem Arbeitsmarkt der Lausitz bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften generell hoch. Besonders deutlich wird dies in der Arbeitslosen-Stellen-Relation: Im Landkreis Dahme-Spreewald kommen rechnerisch 2,4 Arbeitslose auf eine gemeldete freie Stelle, im Landkreis Görlitz hingegen 7,5. Zum Vergleich: Bautzen liegt bei 2,9, Elbe-Elster bei 3,0, Oberspreewald-Lausitz bei 3,6 und Cottbus/Spree-Neiße bei 4,6. Die Spannbreite zeigt, wie unterschiedlich sich Arbeitsmarktdynamiken innerhalb der Lausitz entwickeln. Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto angespannter gestaltet sich der Arbeitsmarkt für Unternehmen auf der Suche nach Arbeitskräften. |
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| Auffällig ist zudem die deutliche Zunahme gemeldeter Arbeitsstellen in den sächsischen Landkreisen Görlitz und Bautzen. In Görlitz stieg die Zahl der gemeldeten freien Stellen im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent, in Bautzen um 25 Prozent. Hier zeigen sich spürbare (Strukturwandel-)Bewegungen im regionalen Stellenmarkt. (Details dazu lesen Sie weiter unten in diesem Newsletter.) |
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| Gesucht werden vor allem Arbeitskräfte in den Berufsgruppen »Verkauf (ohne Produktspezialisierung)«, »Lagerwirtschaft, Post und Zustellung, Güterumschlag«, »Maschinenbau- und Betriebstechnik«, »Energietechnik« und »Fahrzeugführung im Straßenverkehr«. |
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| Die Zahlen verdeutlichen: Der Lausitzer Arbeitsmarkt ist weiterhin von strukturellen Veränderungen geprägt. Regionale Unterschiede, branchenspezifische Bedarfe und demografische Entwicklungen greifen ineinander. Für Bildungsakteure bedeutet dies, dass Qualifikationsangebote, Inhalte der Berufsorientierung und berufliche Weiterbildungsstrukturen kontinuierlich an diese Dynamik angepasst werden müssen. |
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| Die vollständige Einordnung dieser Entwicklungen finden Sie in unseren aktuellen Quartalszahlen. Einen ausgewählten Aspekt aus der Veröffentlichung greifen wir in diesem Newsletter gesondert auf und betrachten diesen im Anschluss vertiefend. |
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| Hier gelangen Sie zu den aktuellen Quartalszahlen (PDF) |
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| Gut zu wissen: Sie möchten dieses Monitoring-Format regelmäßig von uns erhalten? Jetzt online eintragen… |
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| Einblicke in den Wirkungskreis des Netzwerkbüros Bildung in der Lausitz |
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| Als das Netzwerkbüro Bildung in der Lausitz im Jahr 2020 seine Arbeit aufnahm, spielte die Bildungslandschaft in den strategischen Papieren des Strukturwandels kaum eine eigenständige Rolle. Weder im Lausitzprogramm 2038 noch in der Entwicklungsstrategie 2050 fanden sich konkrete Ansätze zur systematischen Weiterentwicklung von Bildung im regionalen Transformationsprozess. |
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| Fünf Jahre später hat sich das Bild spürbar verändert – der Bereich Bildung im Strukturwandel ist zunehmend in den Fokus gerückt: Fragen der Fachkräftesicherung, der beruflichen Orientierung, der Weiterbildung und der demokratischen Teilhabe sind zu zentralen Parametern zur Sicherung des Strukturwandels geworden. In politischen Debatten, in Förderkulissen und in regionalen Gremien wird Bildung mittlerweile als strategisch relevantes Feld verhandelt. |
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| Diese erfreuliche Entwicklung ist das Ergebnis kontinuierlicher (Zusammen-)Arbeit verschiedenster Akteure und Institutionen, unter anderem auch von uns. Unser Jahresrückblick 2025 gewährt Ihnen Einblick in Projekte, konkrete Netzwerkarbeit, fundierte Analysen und erfolgreiche Veranstaltungsformate, mit denen wir Bildungsakteure zusammengebracht, Daten transparent gemacht und strategische Impulse gesetzt haben. Er zeigt, wo Austausch gelungen ist, neue Kooperationen entstanden sind und wie sich Bildungsfragen zunehmend in regionale Transformationsdiskurse einschreiben. |
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| Wer nachvollziehen möchte, wie sich unsere Arbeit im Jahr 2025 entfaltet hat, findet hier den vollständigen Bericht… |
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| Aus unserem regionalen Bildungsmonitoring – Lausitzer Arbeitsmarkt im Wandel |
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| Unsere Quartalszahlen mit Stand Dezember 2025 zeigen für die Lausitz eine deutliche Zunahme an gemeldeten Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahr – fast 600 (6 %) freie Arbeitsstellen mehr wurden seit Dezember 2024 zur Besetzung bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Macht sich der Strukturwandel in der Lausitz mit der prognostizierten Verrentungswelle und der Schaffung neuer Arbeitsplätze durch Neuansiedlungen nun deutlich auf dem Stellenmarkt bemerkbar? Um dieser Frage nachzugehen, haben wir Jahresmittelwerte der zur Besetzung gemeldeten Arbeitsstellen in der Lausitz berechnet und verglichen. Jahresmittelwerte gleichen saisonale Schwankungen aus, vermeiden somit Verzerrungen und bilden die tatsächliche, saisonbereinigte Nachfrage nach Arbeitsstellen ab. Das Diagramm macht deutlich: Seit 2015 wurden fast 30 Prozent mehr freie Arbeitsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet (2015: 7.239; 2025: 9.315). Gleichzeitig nimmt die Anzahl der durchschnittlich gemeldeten Arbeitsstellen seit 2022 ab – auch wenn sich der Rückgang aktuell deutlich abschwächt. Das heißt: Ja, die Lausitz ist derzeit mitten im Strukturwandel und Arbeitskräfte werden händeringend gesucht. |
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| Ein Blick auf die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SvB) in der Lausitz in den vergangenen zehn Jahren zeigt, dass die Anzahl dieser in der Lausitz zwischen Juni 2015 und Juni 2025 um 15.754 (3,9 %) zugenommen hat (2015: 401.310; 2025: 417.064). Gemeldete Arbeitsstellen konnten also durchaus besetzt werden. Die Analyse der Berufshauptgruppen mit dem höchsten Nettozuwachs an SvB in diesem Zeitraum verdeutlicht, dass seit 2015 vor allem folgende Berufe deutlich an Beschäftigten gewonnen haben: |
- erzieherische, soziale und hauswirtschaftliche Berufe sowie Berufe in der Theologie (+ 7.282 SvB bzw. 34 % Zuwachs)
- medizinische Gesundheitsberufe (+ 4.286 SvB bzw. 14 % Zuwachs)
- Verkehrs- und Logistikberufe – ausgenommen Berufe in der Fahrzeugführung
(+ 3.420 SvB bzw. 15 % Zuwachs)
- nichtmedizinische Gesundheits-, Körperpflege- und Wellnessberufe sowie Berufe in der Medizintechnik (+ 2.338 SvB bzw. 16 % Zuwachs)
- Reinigungsberufe (+ 1.943 SvB bzw. 23 % Zuwachs)
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| Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass mit dem Strukturwandel gezielt in die soziale Infrastruktur in der Lausitz investiert wird: Kindertagesstätten, Horte, Ausbildungszentren und medizinische Einrichtungen werden aus- und neugebaut, um die Region für Fachkräfte und ihre Familien attraktiver zu machen. Dies führt zu einem erhöhten Bedarf an Erzieher*innen, Reinigungskräften und anderen Dienstleistern. Neuansiedlungen im Gesundheitssektor und die alternde Bevölkerung in der Lausitz erhöhen darüber hinaus den Bedarf an medizinischem Personal und Pflegekräften. Durch die Ansiedlung von Industrie- und Gewerbeparks wird die Lausitz als Logistikstandort gestärkt. Gleichzeitig wird eine gut funktionierende Logistik benötigt, was zu neuen Arbeitsplätzen in den Bereichen Lager und Transport führt. |
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| Mehr Grafiken, Zahlen, Daten und Fakten aus unserem regionalen Bildungsmonitoring finden Sie hier mit einem Klick ... |
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| Interessante Studien und Materialien finden Sie im Bereich Downloads auf unserer Website. |
| Netzwerkbüro Bildung in der Lausitz |
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| c/o kobra.net, Kooperation in Brandenburg, gemeinnützige GmbH |
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| Projektleiter Dr. Thomas Prennig |
Redaktion: Nancy Mudrick |
| Tel.: 0355 - 4946 0653 |
Tel.: 0355 - 4945 6888 |
| prennig@bildung-lausitz.de |
mudrick@bildung-lausitz.de |
| Zur Website |
Unter Mitwirkung von: Julia Bischoff und Dr. Thomas Prennig |
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Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. |
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